Zum ersten Mal mit einer CNC-Werkstatt arbeiten und unsicher, warum sich ähnlich aussehende Teile preislich um das 10-Fache oder mehr unterscheiden können? CNC-Preise folgen nicht der einfachen Formel „Material × Gewicht" — sie werden von 5 Faktoren bestimmt.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt nur Anteile und relative Auswirkungen. Tatsächliche Angebote variieren mit Marktpreisen, Losgrößen und Komplexität — verbindlich ist stets das individuelle Angebot.
Die 5 Kostentreiber
- Werkstoff (20-40 %): Sie bezahlen den Rohling, nicht das Fertigteil. SUS316 kostet typischerweise 50-80 % mehr als SUS304; Titan kann das 15- bis 25-Fache von Aluminium kosten.
- Maschinenzeit (30-50 %): Der größte Kostentreiber. 5-Achs-Maschinenzeit ist das 1,5- bis 2,5-Fache von 3-Achs. Enge Toleranzen, tiefe Kavitäten, dünne Wände und komplexe Flächen vervielfachen die Zeit.
- Programmierung & Rüsten (5-20 %): Fixkosten. Kleinmengen tragen unverhältnismäßig viel. Aufträge bündeln amortisiert.
- Werkzeuge (5-15 %): Bei Aluminium kaum spürbar. Bei Titan/Inconel kann die Standzeit auf 1/10 fallen — und Keramik-/CBN-Wendeschneidplatten kosten das 5- bis 15-Fache von Standard-Hartmetall.
- Oberflächenbehandlung (10-30 %): Oft unterschätzt. Eloxieren +5-10 %, Harteloxieren +15-25 %, PVD-Beschichtung +30-50 %.
Günstiger konstruieren
Unnötig enge Toleranzen vermeiden, Bearbeitungsflächen minimieren, dünne Wände unter 1 mm meiden, Aufträge bündeln, Konstruktionen über SKUs hinweg standardisieren.
Angebot richtig lesen
Ein gutes Angebot weist Werkstoff, Bearbeitung und Oberfläche getrennt aus. Pauschalpreise verschleiern Aufschläge. 3 Angebote vergleichen — Streuung unter 30 % ist normal; mehr als 60 % unter Markt deutet meist auf Kompromisse hin.


